Bärlauch (Allium ursinum) gehört zu den beliebten Wildkräutern und ist nicht nur in der Küche, sondern auch als Heilpflanze beliebt. Mit seinem intensiven Knoblauchduft und seinem hohen Gehalt an wertvollen Nährstoffen ist er ein echtes Superfood. Er wächst vor allem in schattigen Wäldern und Wiesen und wird von März bis Mai geerntet. Sein würziges Aroma macht ihn zu einer beliebten Zutat für Pestos, Suppen und Salate.
Herkunft und botanische Merkmale
Er gehört zur Familie der Lauchgewächse (Alliaceae) und ist eng mit Knoblauch, Zwiebeln und Schnittlauch verwandt. Er wächst bevorzugt in feuchten Wäldern in Europa und Asien. Seine langen, schmalen Blätter sind intensiv grün und verströmen beim Zerreiben einen typischen Knoblauchgeruch. Während der Blütezeit im Mai bilden sich weiße, sternförmige Blüten, die den Bärlauch optisch von anderen Pflanzen unterscheiden.
In der Küche – vielseitig und lecker
Sein Geschmack ist milder als der von Knoblauch, aber dennoch würzig und aromatisch.
1. Pesto
Dafür werden frische Bärlauchblätter mit Olivenöl, Parmesan, Nüssen und Salz vermischt – perfekt als Dip oder zu Pasta.
2. Bärlauchsuppe
Eine cremige Suppe ist schnell gemacht und schmeckt besonders im Frühling köstlich. Er verleiht der Suppe eine frische, würzige Note.
3. Bärlauchbutter
Einfach mit weicher Butter, etwas Salz und Zitronensaft vermischen – eine perfekte Ergänzung zu Brot, Grillgerichten oder Gemüse.
4. Bärlauchsalz
Getrockneter Bärlauch kann mit grobem Meersalz vermischt werden und als aromatisches Gewürz für viele Gerichte genutzt werden.
5. Bärlauch als Beilage
Frischer Bärlauch kann in Salaten, Omeletts oder als Würze in Saucen verwendet werden.
Bärlauch in der Küche – Wissenswertes zur Zubereitung
Bärlauch sollte möglichst frisch verarbeitet werden, da er schnell welkt und sein Aroma verliert. Wer ihn nicht sofort verbrauchen kann, kann ihn einfrieren oder zu Pesto verarbeiten. Beim Sammeln ist Vorsicht geboten, denn Bärlauch kann leicht mit giftigen Pflanzen wie Maiglöckchen verwechselt werden. Ein sicheres Erkennungsmerkmal ist der typische Knoblauchgeruch, den die Blätter beim Zerreiben verströmen.
1. Klassisches Bärlauch-Pesto – Das beliebteste Rezept
Bärlauch-Pesto ist eine der einfachsten und leckersten Möglichkeiten, das würzige Wildkraut haltbar zu machen. Es eignet sich hervorragend als Pasta-Sauce, Brotaufstrich oder Dip.
Zutaten:
100 g frischer Bärlauch
50 g Pinienkerne oder Walnüsse
50 g Parmesan oder Hefeflocken für die vegane Variante
100 ml Olivenöl
1 Knoblauchzehe
Salz und Pfeffer nach Geschmack
Zubereitung:
Bärlauch waschen, trocken tupfen und grob hacken. Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett leicht anrösten. Alle Zutaten in einem Mixer oder mit einem Pürierstab fein zerkleinern. In ein Glas füllen und mit etwas Olivenöl bedecken, damit das Pesto länger haltbar bleibt.
2. Bärlauchbutter – Perfekt für Grillgerichte und Brot
Diese würzige Butter ist vielseitig einsetzbar und lässt sich gut auf Vorrat einfrieren.
Zutaten:
100 g Butter oder vegane Alternative
1 Handvoll Bärlauch
1 TL Zitronensaft
Salz und Pfeffer nach Geschmack
Zubereitung:
Butter auf Zimmertemperatur bringen. Bärlauch fein hacken und mit Zitronensaft sowie Salz und Pfeffer zur Butter geben. Alles gut vermengen und in Frischhaltefolie zu einer Rolle formen. Im Kühlschrank fest werden lassen oder portionsweise einfrieren.
3. Bärlauchbrot – Herzhaft und aromatisch
Dieses selbstgebackene Brot ist fluffig und hat eine feine Bärlauchnote.
Zutaten:
500 g Mehl (Weizen oder Dinkel)
1 Würfel frische Hefe oder 1 Päckchen Trockenhefe
300 ml lauwarmes Wasser
1 TL Salz
1 TL Zucker
2 EL Olivenöl
1 Handvoll gehackter Bärlauch
Zubereitung:
Hefe mit Zucker in lauwarmem Wasser auflösen und kurz ruhen lassen. Mehl mit Salz mischen, dann die Hefemischung und das Olivenöl hinzufügen. Alles gut verkneten, bis ein geschmeidiger Teig entsteht. Den gehackten Bärlauch unterkneten. Den Teig abgedeckt ca. 1 Stunde gehen lassen, anschließend bei 200°C Ober-/Unterhitze ca. 30 Minuten backen.
4. Bärlauchsalz – Das würzige Allround-Talent
Bärlauchsalz ist eine einfache Möglichkeit, das Wildkraut zu konservieren und das ganze Jahr über zu genießen.
Zutaten:
100 g frischer Bärlauch
200 g grobes Meersalz
Zubereitung:
Bärlauch fein hacken und mit dem Salz vermengen. Die Mischung auf einem Backblech ausbreiten und bei niedriger Temperatur (50°C) im Backofen trocknen lassen. Anschließend im Mixer fein mahlen und in ein Schraubglas füllen.
5. Bärlauch-Gnocchi – Italienischer Genuss mit Wildkräutern
Diese Gnocchi sind eine aromatische Abwechslung zur klassischen Variante.
Zutaten:
500 g Kartoffeln
150 g Mehl
1 Eigelb (oder Ei-Ersatz)
1 Handvoll Bärlauch
Salz und Pfeffer
Zubereitung:
Kartoffeln kochen, schälen und zerstampfen. Bärlauch fein hacken und mit Mehl, Eigelb sowie Salz und Pfeffer zu den Kartoffeln geben. Alles zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Aus dem Teig Rollen formen, in kleine Stücke schneiden und mit einer Gabel leicht eindrücken. In kochendem Salzwasser garen, bis sie an die Oberfläche steigen.
6. Bärlauch-Risotto – Cremig und würzig
Ein einfaches Risotto mit Bärlauch ist perfekt für ein schnelles Abendessen.
Zutaten:
250 g Risottoreis
1 Zwiebel
500 ml Gemüsebrühe
100 ml Weißwein
1 Handvoll Bärlauch
2 EL Butter oder pflanzliche Alternative
50 g Parmesan oder Hefeflocken
Zubereitung:
Zwiebel fein hacken und in Butter anschwitzen. Reis hinzufügen und kurz mitdünsten. Mit Weißwein ablöschen, dann nach und nach Gemüsebrühe unter Rühren hinzufügen. Sobald der Reis cremig und gar ist, den gehackten Bärlauch sowie Parmesan unterrühren.
7. Bärlauch-Dip – Frisch und vielseitig
Dieser Dip passt perfekt zu Brot, Gemüsesticks oder Kartoffeln.
Zutaten:
200 g Quark oder pflanzliche Alternative
100 g Joghurt
1 Handvoll Bärlauch
1 TL Zitronensaft
Salz und Pfeffer
Zubereitung:
Bärlauch fein hacken und mit den restlichen Zutaten verrühren. Kurz ziehen lassen und genießen.
Bärlauch richtig sammeln und erkennen
Beim Sammeln von Bärlauch ist Vorsicht geboten, da er leicht mit giftigen Pflanzen wie Maiglöckchen oder Herbstzeitlosen verwechselt werden kann. Ein sicheres Erkennungsmerkmal ist der intensive Knoblauchgeruch, den die Blätter beim Zerreiben verströmen. Wer sich unsicher ist, sollte Bärlauch lieber im Supermarkt oder auf dem Wochenmarkt kaufen.
Lagerung und Haltbarmachung
Da Bärlauch frisch am besten schmeckt, sollte er möglichst schnell verarbeitet werden. Um ihn länger haltbar zu machen, gibt es verschiedene Methoden:
Bärlauchblätter können in Öl eingelegt und als Würzöl verwendet werden.
Die Blätter können klein geschnitten und eingefroren werden, um sie später als Gewürz zu nutzen.
Getrockneter Bärlauch eignet sich als Gewürz, verliert jedoch an Aroma.
Bärlauch als Heilpflanze
Neben der Verwendung in der Küche wird Bärlauch auch in der Naturheilkunde geschätzt. Er kann als Tee oder Tinktur zubereitet werden. Besonders bei Magen-Darm-Beschwerden oder zur Entgiftung wird er gerne eingesetzt.
Fazit
Es ist nicht nur ein köstliches Wildkraut, sondern auch eine Pflanze mit vielen Vorteilen. Er kann die Verdauung fördern. Gleichzeitig ist er eine natürliche Zutat, die sich leicht in die Ernährung integrieren lässt.
Ob als Pesto, Suppe oder Gewürz – Bärlauch ist eine echte Bereicherung für die Küche und die Gesundheit. Wer im Frühjahr frische Bärlauchblätter sammelt oder kauft, profitiert von seinem Geschmack und seinen wertvollen Nährstoffen.